Konferenz zum 90. Jubiläum des Internationalen Sozialdienstes

Kinder im Fokus – Kindeswohl und Kinderrechte in der grenzüberschreitenden Sozialen Arbeit

Seit seiner Gründung im Jahr 1930 als deutsches Mitglied des Netzwerkes International Social Service beschäftigt sich der Internationale Sozialdienst (ISD), heute Arbeitsfeld I im Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., mit den Folgen von Migration für Kinder und ihre Familien. Kinder länderübergreifend zu schützen, ihre Rechte zu gewährleisten und Familien zu stärken und zu verbinden sind Ziele der gemeinsamen Arbeit damals wie heute. Eingebettet in den Deutschen Fürsorgetag 2022 lädt der Internationale Sozialdienst zu einer Konferenz ein, um das nunmehr 90-jährige Bestehen zu würdigen.

Für Familien in Migration stellen sich spezifische Herausforderungen. Kommen Konfliktsituationen rund um ihre Kinder hinzu, sind die Belastungen für die Betroffenen besonders groß. Auch Fachkräfte werden bei ihrer Arbeit über Ländergrenzen hinweg vor besondere Herausforderungen gestellt. Ein zentrales Problemfeld dabei sind die grenzüberschreitenden Kindschaftskonflikte um Sorgerecht, Umgang und Kindesentführung. Die Migrationsbewegungen der letzten Jahre haben zudem neue Fragen aufgeworfen, z.B. wie dem Kindeswohl im Rahmen von Flucht, bei Abschiebung und freiwilliger Rückkehr Rechnung getragen werden kann. Und auch neuere Entwicklungen wie die der Reproduktionsmedizin lassen neue grenzüberschreitende Situationen entstehen. Hier haben die UN-Kinderrechtekonvention wie auch die Haager Übereinkommen die internationale Zusammenarbeit im Interesse von Kindern bedeutsam geprägt.
Je komplizierter die Situation, desto größer ist die Gefahr, dass das Kind selbst, seine Wünsche und Interessen aus dem Blick geraten. Die Veranstaltung nimmt daher das Kind in den Blick. Gemeinsam mit internationalen Referentinnen und Referenten werden aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der grenzüberschreitenden Sozialen Arbeit mit Blick auf Kinderrechte und die Bestimmung und Sicherung des Kindeswohls im transnationalen Kontext erörtert.

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch mit einer Simultanübersetzung.