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Im Fachforum sollen zwei Herausforderungen der täglichen Praxis zusammen beleuchtet und Wege zur Diskussion vorgestellt werden, wie den Herausforderungen „Intersektionalität“ und Diversität von Versorgung begegnet werden kann. Im Vordergrund steht, anhand von Praxisbeispielen deutlich zu machen, wie Vernetzung einen Beitrag zur Selbstbestimmung der Menschen leisten kann.

1. Herausforderung: Selbstbestimmung und Rahmenvorgaben
Die Pflege und Versorgung hilfebedürftiger Menschen unterliegt einem gewissen Spannungsverhältnis: die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Pflegebedürftigen soll gestärkt werden, gleichzeitig sollen Rahmenvorgaben jedoch Sicherheit bieten und den Auf- und Ausbau erforderlicher Strukturen ermöglichen. Doch: Wieviel Steuerung und Bürokratie bedarf es und wieviel „Autonomie“ ist zumutbar und leistbar? Z.B. im Zusammenhang mit der Diskussion um „Budgets“ Bemessung und Steuerung von Bedarfen und Inanspruchnahme? Aber auch im Zusammenhang mit der Organisation ergänzender, „niedrigschwelliger“ Leistungen, die einen Beitrag zum Verbleib in der eigenen Häuslichkeit leisten können.Entscheidend ist, die erforderliche Transparenz zu schaffen über vorhandene Leistungsansprüche, über Angebote und ihre Erreichbarkeit. Zugleich ist Klarheit und Ehrlichkeit erforderlich, um ein Verständnis für Rahmenvorgaben entwickeln zu können. Welche Vorteile habe ich, was ist der Grundgedanke, was ist das Ziel?

2. Herausforderung: Vernetzung mit anderen Angeboten vor Ort
Zielgerichtete Unterstützung hilfebedürftiger Menschen setzt das Verstehen und Berücksichtigen ihrer Bedarfe voraus. Dabei kommt es darauf an, die Menschen nicht separat zu betrachten („in ihren Zielgruppen“, „in Schubladen“), sondern umfassend/ganzheitlich. Das setzt vernetztes Denken und Handeln voraus, ausgehend vom Menschen, seinen Lebenswelten und Bedarfen, die vielfältig sind.

Je komplexer die Versorgungssituationen und Zusammenhänge sind, desto entscheidender ist eine verständliche Kommunikation, Interaktion und Information. Selbstbestimmung erfordert „Befähigung“, Befähigung, eigene Bedarfe zu erkennen und zu artikulieren, Befähigung, Bedarfe anzunehmen und interessengerecht zu begegnen, Befähigung, ein Wahlrecht wahrzunehmen hinsichtlich der Inanspruchnahme von Leistungen. Dabei können Spannungsverhältnisse zutage treten zwischen der freien Wahlmöglichkeit, der Eigenverantwortung und vorgegebener Rahmenbedingungen. Rahmenvorgaben sind zuweilen erforderlich, um Strukturen zu etablieren, um dem Schutz vulnerabler Personengruppen gerecht zu werden und der Sicherstellung umfassender Leistungen. Hier setzt der Fürsorgegedanke an.

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